Tragikomödie · Beziehung

Mittwoch ist Matcha

Eine Tragikomödie über Ordnung und Aufbruch

Was bleibt von einer Beziehung, wenn der Wochenplan plötzlich Lücken hat?
Illustration zu Mittwoch ist MatchaMorgen ist Donnerstag.
SpieldauerAbendfüllend geplant
Besetzung2 Rollen · 1 w / 1 m
SpielbarZwei Darstellende
StatusIn Arbeit

Worum geht es?

Was bleibt von einer Beziehung, wenn der Wochenplan plötzlich Lücken hat?

Lydia hat ihr Leben nicht nur im Griff, sie hat es terminiert. Jeder Wochentag besitzt seine Aufgaben, seine Getränke und seine Rituale; am Mittwoch gibt es Matcha und Meditation. Die Ordnung beruhigt sie, schützt sie und hält zuverlässig alles fern, was sich nicht abhaken lässt. Bis das Tablet vibriert und eine Nachricht erscheint, die offensichtlich nicht für Lydia bestimmt war: Claude hat eine Affäre.

Im ersten Teil begleitet das Publikum Lydia durch diesen Mittwochabend. Sie reagiert mit Wut, Trauer und scharfem Sarkasmus, probiert gedanklich die großen Gesten der Betrogenen – und stellt zunehmend irritiert fest, dass die Nachricht weniger in ihr zerstört als erwartet. Während sie weiter Dinge um zwei Millimeter geraderückt und ihre Routinen verteidigt, öffnet sich eine unbequemere Frage: Hat sie Claude verloren – oder haben beide längst aufgehört, einander wirklich zu suchen?

Nach der Pause beginnt derselbe Abend noch einmal, diesmal aus Claudes Perspektive. Claude, der eigentlich Klaus heißt, kommt nach Hause und findet Lydia nicht vor. Seine Version zeigt keinen simplen Täter, sondern einen Mann, der sich nach Spontaneität und einem anderen Leben sehnt, während er selbst tief in den gemeinsamen Abläufen feststeckt. Aus zwei Wahrheiten entsteht eine tragikomische Bestandsaufnahme über Liebe, Gewohnheit und die vielleicht befreiende Lücke in einem vollkommen durchgeplanten Leben.

Figuren

01Lydia

Ende fünfzig, attraktiv, beruflich souverän und mit einer kühlen, kontrollierten Ausstrahlung. Lydia organisiert nicht nur Termine, sondern auch Gefühle: Matcha, Meditation, Mama-Anruf und Müll haben ihren festen Platz. Die Nachricht von Claudes Affäre zwingt sie durch Wut, Trauer und beißenden Sarkasmus – doch ihre eigentliche Krise beginnt, als sie merkt, wie wenig der erwartete Zusammenbruch mit ihr macht. Hinter ihrer Strenge liegt keine Gefühllosigkeit, sondern die lange vernachlässigte Frage, wer sie ohne ihre Regeln sein könnte.

02Claude / Klaus

Lydias Ehemann, Ende fünfzig, im Vertrieb und überzeugt davon, dass „Claude“ besser zu dem Mann passt, der er gern wäre, als sein eigentlicher Name Klaus. Er sehnt sich nach Spontaneität, Leichtigkeit und dem Gefühl, dass das Leben noch nicht vollständig verwaltet ist. Seine Affäre macht ihn nicht zum eindimensionalen Täter: Auch er ist unbeholfen, widersprüchlich und in den gemeinsamen Ritualen gefangen. Im zweiten Teil erhält er denselben Raum wie Lydia – und damit die Gelegenheit, seine eigene Version einer Beziehung zu erzählen, in der beide einander aus den Augen verloren haben.

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Fragen zur Besetzung, Bühne oder Spielbarkeit beantwortet Thomas Haselmann direkt und ohne Umwege.